Sport & Wettkampf
Vom ruhigen Pleasure bis zur schnellen Rinderarbeit – diese Western-Disziplinen werden bei unseren Turnieren und im Training geritten.
Ablauf
Zwei Reiter arbeiten als Team. In einem runden Pen stehen zehn nummerierte Rinder, daneben ein zweiter, leerer Pen. Der Richter nennt eine Startnummer, und ab dann müssen die Rinder in aufsteigender Reihenfolge einzeln durch die Öffnung in den leeren Pen gebracht werden – innerhalb von 60 bis 90 Sekunden.
Worauf es ankommt
Gezählt wird, wie viele Rinder in der richtigen Reihenfolge sortiert wurden; bei gleicher Anzahl entscheidet die Zeit. Läuft ein falsches Rind durch die Öffnung, ist der Durchgang beendet. Ranch Sorting ist unser Herzstück: schnell zu verstehen, spannend zuzuschauen und für Einsteiger wie Profis gleichermaßen geeignet, weil das Tempo vom Team bestimmt wird.
Ablauf
Drei Reiter bilden ein Team. Am Ende der Arena steht eine Herde von etwa 30 Rindern, die in Dreiergruppen nummeriert sind. Beim Überqueren der Startlinie wird dem Team eine Nummer zugerufen – die drei Rinder mit dieser Nummer müssen aus der Herde gelöst, über die Arena getrieben und in einen kleinen Pen gebracht werden.
Worauf es ankommt
Es zählt die Zeit; das Team mit allen drei Rindern im Pen in der kürzesten Zeit gewinnt. Laufen mehr als vier falsche Rinder über die Mittellinie, wird das Team disqualifiziert. Gefragt sind Übersicht, Absprache im Team und Pferde, die ruhig an der Herde arbeiten.
Ablauf
Die Einsteiger-Variante des Team Penning: Ein einzelner Reiter oder ein kleines Team bringt ein zugewiesenes Rind (oder wenige Rinder) aus der Herde in den Pen. Die Aufgabe ist überschaubar, das Rind darf ruhig getrieben werden.
Worauf es ankommt
Gewertet wird die Zeit bis zum geschlossenen Pen. Cattle Penning ist die ideale erste Rinderprüfung: Pferd und Reiter lernen, ein Rind zu lesen, Abstand zu halten und Richtung vorzugeben – ohne den Druck einer großen Herde.
Ablauf
Der Reiter reitet ruhig in die Herde, sucht sich ein Rind aus und trennt es von den anderen. Sobald das Rind allein vor dem Pferd steht, gibt der Reiter die Zügel frei – ab jetzt arbeitet das Pferd selbstständig und hindert das Rind daran, zur Herde zurückzulaufen. In zweieinhalb Minuten werden meist zwei bis drei Rinder gearbeitet.
Worauf es ankommt
Richter bewerten Cow Sense, Ausstrahlung und Kontrolle des Pferdes sowie die saubere Arbeit in der Herde. Punktabzug gibt es, wenn der Reiter sichtbar mit dem Zügel hilft oder ein Rind zur Herde entkommt. Vier Helfer (Turnback- und Herdholder) unterstützen den Reiter.
Ablauf
Die bodenständige Schwester des Cutting: Der Reiter trennt ein Rind aus der Herde, darf dabei aber mit dem Zügel helfen und führt das Rind anschließend über eine Linie oder in einen markierten Bereich. Es geht um praktische Rancharbeit, nicht um die Show.
Worauf es ankommt
Bewertet werden das ruhige, effektive Arbeiten in der Herde, die Kontrolle über das Rind und die Zusammenarbeit von Pferd und Reiter. Weil Zügelhilfen erlaubt sind, ist Ranch Cutting ein guter Einstieg in die Rinderarbeit mit dem eigenen Freizeitpferd.
Ablauf
Zwei Teile in einer Prüfung: Zuerst wird ein Reining-ähnliches Muster (Dry Work) geritten, danach kommt ein einzelnes Rind in die Arena. Es wird zunächst an der kurzen Seite „geboxt“, dann an der langen Bande entlang getrieben und gewendet und schließlich in der Arenamitte im Kreis geführt (Fence Work).
Worauf es ankommt
Beide Teile werden getrennt bewertet und addiert. Neben Präzision im Muster zählen Mut, Tempo und Kontrolle am Rind. In Einsteigerklassen entfällt die Arbeit an der Bande – dann heißt es „Boxing“, und das Rind wird nur an der kurzen Seite gehalten.
Ablauf
Das Fangen eines Rindes mit dem Lasso – so wie es auf Ranches bis heute gebraucht wird. Bei uns wird vor allem Breakaway Roping geritten: Das Seil ist am Sattelhorn mit einem Faden befestigt und löst sich, sobald das Rind gefangen ist und das Pferd stoppt. Das Tier wird also weder umgeworfen noch festgehalten.
Worauf es ankommt
Es zählt die Zeit vom Start bis zum gelösten Seil, plus Strafsekunden etwa für ein zu frühes Losreiten. Roping erfordert ein Pferd, das ruhig in der Box wartet, explosiv anreitet und sauber stoppt – und einen Reiter mit viel Übung am Seil, am besten zuerst am Dummy.
Ablauf
Unsere Vielseitigkeitsprüfung für das Ranchpferd: Zuerst wird ein Aufgaben-Parcours mit zehn typischen Elementen der Rancharbeit geritten – etwa Tor öffnen, Rückwärtsrichten, Seitengänge, Übergänge und Stangen. Direkt im Anschluss folgt die Arbeit an einem Rind in der Arena.
Worauf es ankommt
Jede Aufgabe wird einzeln bewertet, die Rinderarbeit kommt als eigener Teil hinzu; alles zusammen ergibt den Score. Gesucht wird das ehrliche, vielseitige Pferd, das mit jedem Reiter arbeitet – kein Spezialist. Die Prüfung ist offen für alle Rassen und ein guter Maßstab für die eigene Ausbildung.
Ablauf
Ein Muster aus Schritt, Trab, Galopp und deren erweiterten Tempi, dazu Übergänge, Rückwärtsrichten, Seitengänge und oft ein paar Stangen. Geritten wird wie unterwegs auf der Ranch: mit natürlichem Vorwärtsdrang, leichtem Kontakt und ohne Show-Elemente.
Worauf es ankommt
Bewertet werden Willigkeit, Rhythmus, Durchlässigkeit und wie ehrlich das Pferd die Aufgaben erledigt. Übertriebenes Ausrüsten (Silber, Glitzer, Bandagen) ist unerwünscht. Ranch Riding ist die perfekte Prüfung für gut gerittene Freizeit- und Arbeitspferde – und einer der beliebtesten Einstiege in den Turniersport.
Ablauf
Ein Hindernisparcours mit Aufgaben, wie sie auf einer Ranch wirklich vorkommen: Tor vom Pferd aus öffnen, Baumstämme überreiten, durch Wasser oder über eine Plane gehen, eine Brücke queren, ein Seil ziehen, Rückwärts durch Stangen. Auch das Reiten mit Regenmantel oder das Schleifen eines Baumstamms können dabei sein.
Worauf es ankommt
Jedes Hindernis wird einzeln bewertet; Ruhe, Vertrauen und flüssige Ausführung zählen mehr als Geschwindigkeit. Anders als im klassischen Trail ist das Tempo natürlicher und die Aufgaben sind rustikaler – ein gelassenes, geländesicheres Pferd ist hier im Vorteil.
Ablauf
Der Mehrkampf des Westernreitens: Ein Pferd absolviert mit demselben Reiter mehrere Teilprüfungen – üblicherweise Ranch Riding, Ranch Trail, Ranch Reining, Ranch Cow Work und eine Exterieurbeurteilung (Ranch Conformation). Alle Ergebnisse werden zu einer Gesamtwertung zusammengezählt.
Worauf es ankommt
Gewinnen kann nur das Pferd, das in allen Bereichen solide ist – nicht der Spezialist mit einer Paradedisziplin. Genau das macht die Prüfung zum ehrlichsten Test für ein Ranchpferd und zum Vorbild für unseren eigenen BCR-Wettbewerb.
Ablauf
Ein vorgegebenes Muster aus großen schnellen und kleinen langsamen Zirkeln, fliegenden Galoppwechseln, Spins (schnelle Drehungen um die Hinterhand), Rollbacks und den berühmten Sliding Stops, bei denen das Pferd aus vollem Galopp auf der Hinterhand rutscht. Zum Schluss folgt das Rückwärtsrichten.
Worauf es ankommt
Jedes Manöver startet bei 0 und wird mit Plus- oder Minuspunkten bewertet, dazu kommen Strafpunkte für Fehler im Muster. Das Ideal: ein Pferd, das willig, weich und ohne sichtbaren Widerstand geführt wird – der Reiter soll die Kontrolle haben, ohne dass man es sieht.
Ablauf
Die Kür: Der Reiter stellt eine eigene Choreografie zu selbst gewählter Musik zusammen, oft mit Kostüm und Requisiten. Pflicht sind die Reining-Manöver – Zirkel, Spins, Stops, Wechsel, Rückwärts – die Reihenfolge ist frei.
Worauf es ankommt
Bewertet werden die technische Qualität der Manöver und zusätzlich der künstlerische Eindruck: Musikinterpretation, Kreativität, Publikumswirkung. Manche reiten sogar ohne Zaum – das gibt Bonuspunkte, wenn es funktioniert.
Ablauf
Ein Parcours aus Hindernissen, die an Situationen im Gelände erinnern: Stangen im Schritt, Trab und Galopp, eine Brücke, ein Tor, das vom Pferd aus geöffnet und geschlossen wird, Rückwärtsrichten durch eine Gasse, Seitwärtsgänge über eine Stange, eine Box zum Wenden.
Worauf es ankommt
Jedes Hindernis wird einzeln benotet. Gefragt sind Präzision, ein aufmerksames Pferd, das die Stangen mit Blick und Bein sauber nimmt, und ein Reiter, der die Linien vorausplant. Berührte oder verschobene Stangen kosten Punkte – Ruhe schlägt Tempo.
Ablauf
Eine Gruppenprüfung an der Bande: Alle Teilnehmer reiten gleichzeitig in der Arena und zeigen auf Ansage Schritt, Jog (ruhiger Trab) und Lope (ruhiger Galopp) auf beiden Händen, dazu Übergänge und Rückwärtsrichten. Der Zügel hängt locker durch.
Worauf es ankommt
Bewertet wird das Pferd: gleichmäßige, weiche und taktreine Gänge, ein entspannter Kopf-Hals-Rahmen und ein Pferd, das ein Vergnügen zu reiten ist – daher der Name. Ein Pferd, das sich beeilt, den Kopf hochwirft oder gegen die Hand geht, fällt zurück.
Ablauf
Hier steht der Reiter im Mittelpunkt. Zuerst wird einzeln ein kurzes Muster geritten – Zirkel, Geraden, Übergänge, Stopp, Rückwärts, manchmal eine Drehung. Danach folgt oft eine kurze Gruppenphase an der Bande.
Worauf es ankommt
Bewertet werden Sitz, Haltung, Hilfengebung und die exakte, unsichtbare Umsetzung des Musters. Das Pferd ist Mittel zum Zweck: Es soll zeigen, wie fein sein Reiter einwirkt. Ideal für alle, die an ihrem Sitz arbeiten möchten – die Prüfung macht sichtbar, was im Training passiert.
Ablauf
Ein festgelegtes Muster im Galopp mit mehreren fliegenden Galoppwechseln an genau vorgegebenen Punkten – im Slalom um Markierungen und auf der Mittellinie –, dazu ein Stangenüberritt im Trab und Galopp, ein Stopp und Rückwärtsrichten.
Worauf es ankommt
Jeder Wechsel wird einzeln bewertet: sauber, gleichzeitig vorne und hinten, ohne Tempowechsel und exakt am Punkt. Dazu zählen Takt, Rahmen und Gelassenheit. Western Riding gilt als eine der technisch anspruchsvollsten Prüfungen für das gut ausgebildete Pferd.
Ablauf
Die englische Prüfung im Westernprogramm: In Englischsattel und -zaum reitet die Gruppe an der Bande Schritt, Trab (leichtgetrabt) und Galopp auf beiden Händen. Die Pferde bewegen sich raumgreifend, in einem längeren Rahmen als im Western Pleasure.
Worauf es ankommt
Gesucht wird das Pferd mit flachen, fließenden Gängen, das den Eindruck vermittelt, mühelos über Land gehen zu können – wie einst bei der Jagd. Takt, Losgelassenheit und ein ruhiges, natürliches Kopf-Hals-Bild entscheiden.
Ablauf
Drei Tonnen stehen im Dreieck in der Arena. Reiter und Pferd umrunden sie im Kleeblatt-Muster – erst die rechte oder linke Tonne, dann die gegenüberliegende, zuletzt die Tonne an der Spitze – und galoppieren zurück durch die Zeitmessung.
Worauf es ankommt
Es zählt nur die Zeit. Eine umgeworfene Tonne bringt fünf Strafsekunden, ein falsches Muster die Disqualifikation. Läufe dauern oft nur 15 bis 20 Sekunden; entscheidend sind enge, saubere Wendungen und ein Pferd, das sich auf der Geraden mit voller Kraft streckt.
Ablauf
Sechs Stangen stehen in einer Reihe, jeweils gut sechs Meter auseinander. Das Pferd galoppiert an der Reihe entlang, wendet um die letzte Stange, webt im Slalom zurück, wendet um die erste Stange, webt erneut durch und sprintet zurück ins Ziel.
Worauf es ankommt
Reine Zeitwertung; jede umgeworfene Stange kostet fünf Sekunden. Im Slalom braucht das Pferd bei jedem Wechsel einen fliegenden Galoppwechsel – wer das flüssig hinbekommt, spart wertvolle Zehntel. Ein Kraftakt für Wendigkeit und Koordination.
Ablauf
Der Vorführer zeigt sein Pferd vom Boden aus nach einem Muster: Führen im Schritt und Trab, exaktes Anhalten, Aufstellen mit allen vier Beinen im Quadrat, Drehungen und Rückwärtsrichten. Der Richter tritt um das Pferd herum, und der Vorführer wechselt dabei nach festen Regeln die Seite.
Worauf es ankommt
Bewertet wird ausschließlich der Mensch: Präzision, Körperhaltung, Aufmerksamkeit für Richter und Pferd, Putzzustand und Ausrüstung. Das Pferd muss nicht das schönste sein – nur perfekt vorbereitet und geführt. Eine Prüfung, die auch ohne reiten möglich ist und viel über Arbeit am Boden lehrt.
Ablauf
Die Exterieurprüfung: Das Pferd wird am Halfter vorgeführt, im Schritt und Trab auf einer Linie gezeigt und anschließend aufgestellt, damit der Richter Gebäude, Fundament und Bewegung beurteilen kann. Meist nach Geschlecht und Alter in Klassen eingeteilt.
Worauf es ankommt
Bewertet wird das Pferd selbst: Korrektheit der Gliedmaßen, Balance und Proportionen, Muskulatur, Rassetyp und Bewegungsqualität. Der Vorführer sollte das Pferd ruhig und vorteilhaft präsentieren, steht aber nicht selbst im Fokus – das ist der Unterschied zur Showmanship.
Ablauf
Keine eigene Prüfung, sondern eine Sonderwertung: Ein Pferd startet mit demselben Reiter in mehreren Disziplinen eines Turniers, zum Beispiel Trail, Western Riding, Reining und Pleasure. Die Platzierungen aller Prüfungen werden in Punkte umgerechnet und addiert.
Worauf es ankommt
Das Pferd mit der höchsten Gesamtpunktzahl ist das Superhorse – das vielseitigste Paar des Turniers. Ähnlich läuft unsere Jahreswertung: Wer regelmäßig in verschiedenen Prüfungen startet und punktet, sammelt über die Saison.
Ablauf
Die Fahrprüfung: Das Pferd wird vor einem leichten zweirädrigen Wagen an der Bande vorgestellt – im Schritt, im ruhigen und im verstärkten Trab, auf beiden Händen, mit Halten und Rückwärtsrichten. Auch ältere Pferde oder solche, die nicht mehr geritten werden, können hier glänzen.
Worauf es ankommt
Bewertet werden Manieren, Gänge und Ausdruck des Pferdes sowie die Sicherheit des Gespanns. Der Fahrer soll ruhig einwirken, das Pferd willig und gleichmäßig gehen. Eine schöne Möglichkeit, das eigene Westernpferd von einer anderen Seite kennenzulernen.